BMFWF und LBG investieren in medizinische Gleichstellung und öffnen Call für Klinische Forschungsgruppe im Bereich Gendermedizin und Frauengesundheitsforschung

Für die neue Ausschreibung stehen 8,32 Millionen Euro für acht Jahre zur Verfügung. Der Call für Bewerbungen ist ab sofort und bis 6. November 2026 geöffnet.

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Noch immer werden geschlechtsbezogene Unterschiede in der Medizin zu wenig erforscht. Dabei beeinflussen sie maßgeblich, wie Krankheiten erkannt, behandelt und vorgebeugt werden. Um diese Forschungslücke fortan zu schließen, schreiben die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) und das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) eine neue Klinische Forschungsgruppe (KFG) zu Gendermedizin und Frauengesundheitsforschung aus. Ziel ist es, zentrale Fragen der Gendermedizin und Frauengesundheit wissenschaftlich zu untersuchen, Erkenntnisse praxisnah zu übertragen und somit die klinische Forschung in diesem Bereich entscheidend voranzubringen. Österreichische medizinische Universitäten bzw. Fakultäten mit Universitätsklinik sind ab sofort eingeladen Bewerbungen für die KFG einzureichen.
Pressemeldung,
Wien, 30. Juni 2026 – Noch immer werden geschlechtsbezogene Unterschiede in der Medizin zu wenig erforscht. Dabei beeinflussen sie maßgeblich, wie Krankheiten erkannt, behandelt und vorgebeugt werden. Um diese Forschungslücke fortan zu schließen, schreiben die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) und das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) eine neue Klinische Forschungsgruppe (KFG) zu Gendermedizin und Frauengesundheitsforschung aus. Ziel ist es, zentrale Fragen der Gendermedizin und Frauengesundheit wissenschaftlich zu untersuchen, Erkenntnisse praxisnah zu übertragen und somit die klinische Forschung in diesem Bereich entscheidend voranzubringen. Österreichische medizinische Universitäten bzw. Fakultäten mit Universitätsklinik sind ab sofort eingeladen Bewerbungen für die KFG einzureichen.
 
„Gendermedizin ist kein Nischenthema und keine Ideologie. Sie ist eine Frage von Qualität, Gerechtigkeit und Sicherheit im Gesundheitssystem. Wer Gleichstellung ernst meint, muss auch in der Medizin für Gleichstellung sorgen“, so Eva-Maria Holzleitner, Bundesministerin für Frauen, Wissenschaft und Forschung. „Für Frauen bedeutet das: Ihre Gesundheit wird ernst genommen. Ihre Beschwerden werden genauer erforscht. Ihre Lebensrealität wird stärker berücksichtigt. Diese Ausschreibung ist ein konkreter Schritt in diese Richtung. Wir schaffen damit die Voraussetzungen, Wissenslücken zu schließen und wissenschaftliche Erkenntnisse rasch in die medizinische Versorgung zu bringen.“
 
Fokus auf Gendermedizin und Frauengesundheitsforschung
Geschlechterspezifische Unterschiede im Gesundheitswesen haben weitreichende Auswirkungen: Sie beeinflussen nicht nur die Prävention, Diagnose und Behandlung zahlreicher Erkrankungen, sondern auch die Planung und Ausrichtung von Gesundheitsforschung und Versorgungsstrategien. Vor diesem Hintergrund richtet sich die bereits dritte KFG-Ausschreibung der LBG gezielt auf genderspezifische Fragestellungen sowie auf besondere Risikoprofile und gesundheitliche Bedürfnisse von Frauen. Gesucht wird eine Klinische Forschungsgruppe, die einen wesentlichen Beitrag zur Frauengesundheitsforschung sowie der Gendermedizin leistet.
 
„Mit der nun gestarteten Ausschreibung laden wir exzellente Forschungsteams ein, gemeinsam neue Erkenntnisse für die Frauengesundheit und Gendermedizin zu gewinnen und so neue Maßstäbe in der Frauengesundheitsforschung zu setzen“, so LBG-Präsidentin Freyja-Maria Smolle-Jüttner. „Die Klinischen Forschungsgruppen bieten dafür einen Rahmen, in dem patientenorientierte Forschung und enge Zusammenarbeit über Institutionsgrenzen hinweg gezielt gefördert werden. Unser Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse rasch in die klinische Praxis zu überführen und damit die Gesundheitsversorgung von Frauen und die gendersensitive Diagnostik und Therapie zu verbessern.“
 
Gefördert werden klinische Studien zu Erkrankungen und Gesundheitsaspekten im Bereich Gendermedizin und Frauengesundheit. Besonders im Fokus stehen dabei Themen entlang des gesamten weiblichen Lebenszyklus: von der reproduktiven Phase mit Menstruation, Schwangerschaft und Geburt über Peri-, Meno- und Postmenopause bis hin zu gesundem Altern.
 
Dazu zählen aber eben nicht nur gynäkologische Aspekte, sondern eine Vielzahl von spezifischen körperlichen und psychischen Erkrankungen, die entweder bei Frauen häufiger als bei Männern auftreten oder die bei Frauen einen anderen Verlauf nehmen und einen anderen therapeutischen Ansatz benötigen.
 
Klinische Forschungsgruppen
Das von der LBG gemeinsam mit dem BMFWF initiierte Förderprogramm Klinische Forschungsgruppen ist Österreichs erste kollaborative Forschungsinitiative mit klarem Fokus auf nicht-kommerzielle klinische Studien zu patient:innenorientierten, hochrelevanten medizinischen Fragestellungen. Seit 2022 schließt die LBG damit eine wichtige Lücke zwischen Grundlagenforschung und anwendungsnaher medizinischer Entwicklung.
 
Die Auswahl der KFG erfolgt im Peer-Review-Verfahren durch eine internationale Expert:innen-Kommission. Genauere Informationen und Unterlagen zur Einreichung sind ab sofort online über die Webseite der LBG verfügbar und die Einreichung von Antragsskizzen bis 6. November 2026 möglich: https://lbg.ac.at/kfg.
Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG)

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist eine außeruniversitäre Forschungs- und Forschungsförderorganisation mit dem Fokus „Science for Society“. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen vor allem im Bereich Medizin, weitere Bereiche sind die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Die LBG betreibt zusammen mit akademischen und anwendenden Partnern Ludwig Boltzmann Institute (LBI) und entwickelt und erprobt neue Formen der Zusammenarbeit zwischen der Wissenschaft und nicht-wissenschaftlichen Akteur:innen wie der Zivilgesellschaft, Unternehmen und dem öffentlichen Sektor. Mit dem Förderprogramm Klinische Forschungsgruppen (KFG) bietet die LBG Österreichs erste Förderschiene im Bereich der nicht-kommerziellen krankheits- und patientenorientierten (translationalen), kooperativen klinischen Forschung. Teile der LBG sind das LBG Open Innovation in Science Center, das die Potenziale von Open Innovation für die Wissenschaft erschließt, und das LBG Career Center, das junge Forscher:innen bei der Erreichung ihrer individuellen Karriereziele inner- oder außerhalb der Wissenschaft unterstützt. lbg.ac.at

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Presse­kontakt

Mag. Werner Fulterer (LBG)

Mag. Werner Fulterer
Ludwig Boltzmann Gesellschaft 
Tel.: +43 1 513 27 50 - 28 
werner.fulterer@lbg.ac.at