Demokratie, Rechtsstaat und das Vertrauen in wissenschaftliche Erkenntnisse sehen sich immer größeren Herausforderungen gegenüber. Im Rahmen der LBG-Initiative „Wissenschaft, Wahrheit und Demokratie“ spricht der renommierte Harvard-Professor Scott Brewer am 24. Juni 2026 in der Wiener Hofburg über die Rolle wissenschaftlicher Expertise in demokratischen Gesellschaften. Wien, 18. Juni 2026 – Am 24. Juni 2026 setzt die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) mit ihren drei Ludwig Boltzmann Instituten für Grund- und Menschenrechte (LBI GMR), Kriegsfolgenforschung (LBI BIK) und Digital History (LBI DH) ihre Initiative „Wissenschaft, Wahrheit und Demokratie“ fort und lädt zu einem Vortrag des renommierten Harvard-Professors Scott Brewer in die Wiener Hofburg ein. Unter dem Titel „Truth, Science, and Democracy: What Can We Learn from a Theory of Argument?“ geht Brewer der Frage nach, welche Rolle Argumente, wissenschaftliche Expertise und Wahrheit für das Funktionieren demokratischer Gesellschaften spielen. Die Veranstaltung ist unter vorheriger Anmeldung kostenfrei zugänglich und richtet sich an alle Interessierten.
Wissenschaft als Orientierung in gesellschaftlichen KrisenzeitenDemokratie und Rechtsstaat stehen weltweit unter Druck. Polarisierung, Desinformation und die zunehmende Verbreitung sogenannter „alternativer Wahrheiten“ stellen die Grundlagen faktenbasierter öffentlicher Debatten und demokratischer Entscheidungsprozesse vor große Herausforderungen. Mit der Initiative „Wissenschaft, Wahrheit und Demokratie“ schafft die LBG gemeinsam mit drei ihrer LBI einen interdisziplinären Rahmen für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den zentralen gesellschaftspolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Ziel der Initiative ist es, wissenschaftliche Expertise zu bündeln, aktuelle Debatten evidenzbasiert zu begleiten und Forschungsergebnisse für Gesellschaft, Politik und Öffentlichkeit nutzbar zu machen.
„Die gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklungen zeigen deutlich, wie eng Wahrheit, Vertrauen und demokratische Teilhabe miteinander verbunden sind“, so Elvira Welzig und Marisa Radatz, Geschäftsführerinnen der LBG. „Mit unserer Initiative ‚Wissenschaft, Wahrheit und Demokratie‘ schaffen wir einen Raum für wissenschaftlich fundierte Debatten über zentrale Fragen unserer Zeit. Wir freuen uns, mit Scott Brewer einen international renommierten Experten in Wien begrüßen zu dürfen, der neue Perspektiven auf die Bedeutung von Argumenten, wissenschaftlicher Expertise und demokratischer Kultur eröffnet.“
Gastvortrag Scott Brewer am 24. Juni: Was macht ein gutes Argument aus?Im Mittelpunkt des Vortrags von Scott Brewer steht die Frage, wie Menschen zwischen stärkeren und weniger überzeugenden Argumenten unterscheiden können. Dabei stellt der Rechtsphilosoph seine Theorie „Logocratic Method“ vor, die Argumente als zentrale Grundlage dafür versteht, wie Menschen Wahrheit erkennen und sich in komplexen gesellschaftlichen Fragen orientieren.
Ausgehend von aktuellen Konflikten über Fakten, Expertise und politische Überzeugungen zeigt der Vortrag, warum öffentliche Debatten zunehmend umstritten sind und weshalb die Art, wie wir argumentieren, darüber entscheidet, wie demokratische Gesellschaften mit Unsicherheit umgehen. Brewer entwickelt dabei Perspektiven, die den Blick auf Wahrheit, Wissenschaft und politische Entscheidungsfindung grundlegend herausfordern und schärfen.
Der Gastvortrag ist öffentlich zugänglich und findet am
24. Juni 2026 von
16:00 bis 18:00 Uhr am LBI DH in der
Wiener Hofburg (Michaelertor – Batthyanystiege, Mezzanin) statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Aufgrund von begrenzenten Platzkapazitäten ist eine
Anmeldung bis 22. Juni 2026 unter diesem
Link erforderlich.
Über Scott BrewerScott Brewer ist Professor für Rechtswissenschaft an der Harvard Law School und seit seinem Eintritt in die Fakultät im Jahr 1991 als Vollzeitdozent tätig. Er promovierte in Philosophie an der Harvard University und absolvierte sein Jurastudium an der Yale Law School, wo er als Chefredakteur des renommierten Yale Law Journal tätig war. Nach seiner Ausbildung war er unter anderem als Rechtsreferendar am US-Berufungsgericht für den D.C. Circuit sowie am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten tätig. Brewer lehrt heute Beweisrecht sowie Kurse zur Rechtswissenschaft und Rechtsphilosophie und forscht zum Wesen und zur Verwendung von Argumenten in Recht, Politik und Alltag. Seine Forschung und Vorträge haben weltweit Beachtung gefunden.