Pressegespräch: „Ein souveräner ORF“ – Markus Breitenecker bewirbt sich als ORF-Generaldirektor

© Julia Dragosits
Zu dieser Meldung gibt es: 1 Bild 2 Dokumente

Kurztext 124 Zeichenals .TXT

Markus Breitenecker präsentiert die wichtigsten Inhalte seines Bewerbungskonzeptes für die Funktion des ORF-Generaldirektors
Pressemeldung,
Markus Breitenecker präsentiert die wichtigsten Inhalte seines Bewerbungskonzeptes für die Funktion des ORF-Generaldirektors
 
 
Wien, 29. Mai 2026 – Einen Tag nach Ende der Bewerbungsfrist für die Funktion des Generaldirektors des ORF präsentierte der Medienmanager Markus Breitenecker (57) heute vor Medienvertreter:innen die Inhalte seines Strategiekonzeptes.
 
Das in Summe 144 Seiten umfassende Bewerbungskonzept trägt den Titel „Ein souveräner ORF.“ Breitenecker erklärt dazu: „Unter souverän verstehe ich einen ORF, der wirtschaftlich erfolgreich, redaktionell unabhängig und technologisch resilient aufgestellt ist“. Über die Ausgangslage zeichnet der Fernsehmanager und Streaming-Pionier ein ehrliches Bild: „Der ORF ist aufgrund der jüngsten Affären in eine Krise geraten. Dadurch fehlt der Fokus auf eine zukunftsfähige Strategie, die seiner Bedeutung für den Medien- und Wirtschaftsstandort Österreich und letztlich dem demokratischen Gefüge insgesamt gerecht wird.“ Zudem sei der ORF, wie der gesamte Medienmarkt, den gravierenden Folgen der Dominanz durch Big-Tech-Giganten und ihrer algorithmisch auf Profitmaximierung ausgerichteten Plattformen ausgesetzt.
 
Für Resignation sieht Breitenecker dennoch keinen Anlass: „Nun heißt es, entschlossen und selbstbewusst nach vorne zu blicken. Der ORF steht vor seiner dritten großen Entwicklungsstufe: Nach zirka 30 Jahren als Monopolist und wiederum rund dreißig Jahren als Marktführer in einem dualen Rundfunkmarkt, ist es jetzt notwendig, den ORF strategisch an die neue Realität anzupassen. Die systemische Rolle als Marktmotor ist meine Antwort darauf.“ Der ORF brauche eine unternehmerische Vision. Damit könne er künftig noch stärker als Partner und Ermöglicher für den gesamten österreichischen Medienmarkt auftreten und aktiv zur Sicherung von Medienvielfalt, demokratischer Öffentlichkeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt beitragen. „Die Rolle als Marktmotor zielt auf technologische Infrastruktur, Forschung und Entwicklung sowie die gemeinsame Vermarktung ab. Alle journalistischen Medien werden davon profitieren, die Medienvielfalt wird zunehmen“, so Breitenecker.
 
Ausdrücklich betont Breitenecker dabei die Wichtigkeit von Binnenpluralismus und Public Value. Eine kooperative Medienordnung dürfe nicht zulasten von redaktioneller Vielfalt gehen. Im Gegenteil: „Kooperationen sollen keinen reduzierenden Einfluss auf die redaktionelle Eigenständigkeit und Unabhängigkeit sowie die pluralistische Aufstellung der einzelnen Redaktionen haben. Zu einem souveränen ORF gehört der bedingungslose Fokus auf Public-Value-Programm. Das ist für mich Qualitätsjournalismus im Sinne des Gemeinwohls“, so Breitenecker.
 
 
Das Strategiekonzept „Vom Marktführer zum Marktmotor“ umfasst vier Dimensionen, die aufeinander aufbauen bzw. sich gegenseitig stützen.
 
Ein neuer Zweck: die Verteidigung der medialen Souveränität Österreichs als Marktmotor einer kooperativen Medienordnung wird zum neuen Selbstverständnis.
 
Eine klare Mission: Die konsequent durchgezogene Transformation zur Public-Service-Streamingplattform mit starkem Bürger:innendialog wird zum gemeinsamen Ziel.
 
Eine europäische Vision: Eine offensive paneuropäische Perspektive ermöglicht neue Ertragsquellen sowie das Projekt „Eurovision Play“, eine gemeinsame Streamingplattform als Public-Private-Partnership von öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern Europas, die vom ORF vorangetrieben wird.
 
Eine wertschätzende Unternehmenskultur: Angstfreies und respektvolles Klima, modernes Arbeitsumfeld, kein Platz für Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung.
 
In seinem Bewerbungskonzept beschreibt Breitenecker zudem konkrete Vorhaben und Projekte, die der Zielerreichung dienen:
 
Eine neue Programmsäule: Neben den vier bestehenden Programmsäulen des ORF - Information, Unterhaltung, Sport und Wissenschaft/Kultur/Religion - will Breitenecker eine fünfte etablieren: „Wirtschaft und Bildung“. Breitenecker: „Wirtschaftliche Bildung, digitale Kompetenz und lebenslanges Lernen sind entscheidend dafür, wie gut wir die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam meistern können. Der ORF kann hier einen essenziellen Beitrag leisten.“  Zudem sollen jugend- und frauenspezifische Inhalte gestärkt und die regionale Verankerung des ORF weiter ausgebaut werden, etwa durch neue Kooperationen der Landesstudios mit lokalen Medienschaffenden.
 
Volle Konzentration auf ORF ON: Die Plattform soll ausgebaut, angereichert und so zum Dreh- und Angelpunkt der gesamten strategischen Transformation werden. Unter dem Leitgedanken „ORF ON FIRST“ sollen Inhalte, Prozesse und Ressourcen konsequent auf Streaming ausgerichtet werden, und der ORF damit dem modernen Nutzungserwartungen entsprechen. Gleichzeitig wird die Plattform durch Interaktions- und Kommentarfunktionen zum Ort des gesellschaftlichen Dialogs, moderiert und einer konstruktiven Debatte verpflichtet.
 
Projekt „Eurovision Play“: Als Antwort auf die Dominanz globaler Tech-Konzerne wird der ORF als Initiator gemeinsam mit europäischen Partnern des EBU-Netzwerks eine gemeinwohlorientierte digitale Infrastruktur für öffentlich-rechtliche und private Inhalte aufbauen. Transparente Algorithmen, Open-Source-Standards und Datensouveränität werden damit die demokratische Öffentlichkeit stärken und mediale Souveränität sicherstellen.
 
Künstliche Intelligenz: KI soll im ORF vielseitig eingesetzt werden, um Redaktionen zu entlasten und die Verwaltung effizienter zu gestalten. Dabei muss die Letztverantwortung bei qualifizierten Mitarbeiter:innen liegen, und ethische Standards müssen laufend evaluiert werden. Der ORF kann eine ethisch-moralische und auch technische Vorreiterrolle im Bereich KI übernehmen.
 
Internationale Wertschöpfung: Österreichische Inhalte werden offensiv international vermarktet, gleichzeitig erschließt der ORF neue Werbekunden und Einnahmequellen außerhalb des heimischen Medienmarktes. Das Ziel: ein international agierendes Medienhaus, das zusätzliche Mittel für die Erfüllung des öffentlich-rechtlichen Auftrags lukriert, ohne die österreichischen Mitbewerber oder die Beitragszahler:innen zu belasten.
 
 
In seinem Vorwort richtet sich Breitenecker persönlich an die 35 Mitglieder des ORF-Stiftungsrates: „Sie treffen am 11. Juni eine Personalentscheidung, deren Bedeutung weit über den ORF als Unternehmen hinausgeht. Von ihr hängt letztlich auch ab, wie es um die mediale Infrastruktur als tragende Säule unseres demokratischen Gefüges in Zukunft bestellt sein wird.“
Zur Meldungsübersicht

Pressemappe

Sofort downloaden

Pressetext 6637 Zeichen

als .TXT kopieren

Bilder 1

© Julia Dragosits

Dokumente 2

  • Executive Summary - Markus Breitenecker
    Executive Summary - Markus Breitenecker
  • Lebenslauf Markus Breitenecker
    Lebenslauf Markus Breitenecker

Presse­kontakt

Carola Purtscher
Carola Purtscher
Purtscher Relations 
Founder & Owner
carola@purtscher.pr
+43 1 505 01 18