World Sepsis Day: LBI Trauma erforscht Langzeitfolgen einer Sepsis

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Eine Sepsis entsteht, wenn die körpereigenen Abwehrsysteme eine Infektion nicht mehr lokal begrenzen können. Das Immunsystem ruft eine Entzündung im ganzen Körper hervor, sodass sich die Abwehrreaktionen nicht mehr nur gegen die Infektionserreger, sondern auch gegen körpereigene Gewebe und Organe richten. Diese schwerste Komplikation einer Infektion endet in einem von fünf Fällen tödlich. Je früher die Behandlung einsetzt, desto höher sind die Überlebenschancen. Doch auch nach einer erfolgreichen Akutbehandlung ist die Erkrankung für viele Betroffene nicht vorbei, jede:r zweite leidet an den Folgen des sogenannten Post-Sepsis-Syndroms. Symptome wie Erschöpfung, Muskelschwäche, Konzentrationsprobleme, chronische Schmerzen oder psychische Belastungen können den Weg zurück in den Alltag erschweren und sich über Monate oder sogar Jahre erstrecken. Wie sich diese Langzeitfolgen möglichst früh erkennen lassen, ist eine der zentralen Fragen des internationalen Forschungsprojekts BEATsepsis, an dem das LBI Trauma gemeinsam mit weiteren Forschungseinrichtungen forscht.
Pressemeldung,
Am 13. September macht der World Sepsis Day auf eine lebensbedrohliche Erkrankung aufmerksam, die nach wie vor oft unterschätzt wird. Körperliche, psychische oder kognitive Folgen prägen den Alltag nach einer Erkrankung oft noch lange weiter. Das Ludwig Boltzmann Institut für Traumatologie, das Forschungszentrum in Kooperation mit der AUVA (LBI Trauma), untersucht, wie diese Langzeitfolgen früher erkannt und gezielter behandelt werden können.
 
Wien, 10. September 2026 – Eine Sepsis entsteht, wenn die körpereigenen Abwehrsysteme eine Infektion nicht mehr lokal begrenzen können. Das Immunsystem ruft eine Entzündung im ganzen Körper hervor, sodass sich die Abwehrreaktionen nicht mehr nur gegen die Infektionserreger, sondern auch gegen körpereigene Gewebe und Organe richten. Diese schwerste Komplikation einer Infektion endet in einem von fünf Fällen tödlich. Je früher die Behandlung einsetzt, desto höher sind die Überlebenschancen. Doch auch nach einer erfolgreichen Akutbehandlung ist die Erkrankung für viele Betroffene nicht vorbei, jede:r zweite leidet an den Folgen des sogenannten Post-Sepsis-Syndroms. Symptome wie Erschöpfung, Muskelschwäche, Konzentrationsprobleme, chronische Schmerzen oder psychische Belastungen können den Weg zurück in den Alltag erschweren und sich über Monate oder sogar Jahre erstrecken. Wie sich diese Langzeitfolgen möglichst früh erkennen lassen, ist eine der zentralen Fragen des internationalen Forschungsprojekts BEATsepsis, an dem das LBI Trauma gemeinsam mit weiteren Forschungseinrichtungen forscht.
 
Wenn die Sepsis (nicht) vorbei ist
20 Prozent der Menschen, die an einer Sepsis erkranken versterben. Bei den Überlebenden kann die Erholung nach einem schweren Verlauf sehr unterschiedlich sein. Während sich manche ohne Langzeitschäden erholen, will eine vollständige Genesung bei anderen einfach nicht eintreten. Viele der Betroffene leiden am sogenannten Post-Sepsis-Syndrom. Neben körperlichen Folgebeschwerden können auch Konzentrations- und Gedächtnisprobleme oder Ängste sowie depressive Verstimmungen auftreten.
 
„Bis zu 40 Prozent der von Sepsis betroffenen Patient:innen müssen innerhalb eines Jahres erneut stationär aufgenommen werden. Sie leiden häufig unter neurologischen Problemen, Muskelschäden oder wiederkehrenden Infektionen“, erklärt Marcin Osuchowski, Leiter der Forschungsgruppe Sepsis-Trauma-Schock am LBI Trauma. „Besonders problematisch dabei ist, dass viele dieser Beschwerden im System unsichtbar bleiben, weil sie nicht richtig eingeordnet werden. Sowohl für Betroffene als auch für das medizinische Personal ist es oft schwierig, einen eindeutigen Zusammenhang zu einer Sepsis herzustellen. Mit unserer Forschung widmen wir uns dem besseren Verständnis des Krankheitsverlaufs sowie dem frühzeitigen Erkennen und Behandeln ihrer Spätfolgen.“
 
BEATsepsis: Risiken früher erkennen
Genau hier setzt das internationale Forschungsprojekt BEATsepsis an. Forschungsteams aus elf Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen in sechs europäischen Ländern untersuchen die Mechanismen, die hinter den Langzeitfolgen einer Sepsis stehen. Das LBI Trauma misst dazu Entzündungsmarker im Blut, um eine Art „diagnostischen Fingerabdruck“ zu erstellen. Ziel ist es, im Laufe des Projekts Korrelationen zwischen Krankheitsmarkern und dem Risiko von Langzeitfolgen und Post-Sepsis-Syndrom zu ermitteln. Mit dieser Untersuchung leistet BEATsepsis einen wichtigen Beitrag, um die Folgen einer Sepsis-Erkrankung bereits frühzeitig einzuordnen und entsprechende (präventive) medizinische Maßnahmen einleiten zu können. Damit verfolgt das Projekt auch das Ziel, das Unsichtbare messbar zu machen und eine objektive Grundlage für Diagnose und Verständnis zu schaffen.
 
Bis dies jedoch erreicht ist, ist die Aufklärung über Sepsis von zentraler Bedeutung. Denn obwohl in Europa jährlich 680.000 Menschen an Sepsis versterben, wird die Krankheit oft missverstanden und zu spät erkannt. „Es besteht großer Aufklärungsbedarf über die Krankheit, ihre Symptome und Nachwirkungen. Der World Sepsis Day ist daher ein wichtiger Anlass, um auf Sepsis aufmerksam zu machen“, so Conny Schneider, Leiterin der Wissenschaftskommunikation von BEATsepsis.
 
Anlaufstellen für den Genesungsweg nach einer Sepsis
Nach der Akutbehandlung beginnt für Sepsis-Überlebende eine Genesungsphase, in der Langzeitfolgen für viele eine große Rolle spielen. Betroffenen kann es helfen, sich über mögliche Folgen zu informieren, Veränderungen und Beschwerden ernst zu nehmen und sich rechtzeitig Unterstützung zu holen.
 
Eine Möglichkeit zum Austausch bietet die aus dem VIENNA PICS NETWORK hervorgegangene Selbsthilfegruppe ReSTART, in der sich ehemalige Intensivpatient:innen und ihre Angehörigen aus ganz Österreich monatlich online austauschen und gegenseitig unterstützen können. Mitbegründer des Netzwerks ist Ákos Tiboldi, Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin am AUVA-Traumazentrum Wien-Meidling und Forscher am LBI Trauma. Eine weitere Anlaufstelle ist der Sepsishelden-Club, ein von Sepsis-Überlebende Heike Spreter-Krick geleitetes digitales Nachsorgeprogramm für Sepsis-Überlebende und Angehörige im gesamten deutschsprachigen Raum, auf der sich Betroffene vernetzen, Erfahrungen teilen, Fragen stellen und Unterstützung finden können.
 
Weitere Informationen zum Projekt BEATsepsis finden Sie hier: https://beatsepsis.at
Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG)

Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist eine außeruniversitäre Forschungs- und Forschungsförderorganisation mit dem Fokus „Science for Society“. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen vor allem im Bereich Medizin und Life Sciences, weitere Bereiche sind die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Die LBG betreibt zusammen mit akademischen und anwendenden Partnern Ludwig Boltzmann Institute (LBI) und entwickelt und erprobt neue Formen der Zusammenarbeit zwischen der Wissenschaft und nicht-wissenschaftlichen Akteur:innen wie der Zivilgesellschaft, Unternehmen und dem öffentlichen Sektor. Mit dem Förderprogramm Klinische Forschungsgruppen (KFG) bietet die LBG Österreichs erste Förderschiene im Bereich der nicht-kommerziellen krankheits- und patientenorientierten (translationalen), kooperativen klinischen Forschung. Teile der LBG sind das LBG Open Innovation in Science Center, das die Potenziale von Open Innovation für die Wissenschaft erschließt, und das LBG Career Center, das junge Forscher:innen bei der Erreichung ihrer individuellen Karriereziele inner- oder außerhalb der Wissenschaft unterstützt. lbg.ac.at

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Presse­kontakt

Mag. Werner Fulterer (LBG)

Mag. Werner Fulterer
Ludwig Boltzmann Gesellschaft 
Tel.: +43 1 513 27 50 - 28 
werner.fulterer@lbg.ac.at